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PUNU "okuyi" Maske, 34cm, 3200,-€

Punu, Gabun

weibl. Gesichtsmaske

34cm

 

Provenienz:

ehem. Galerie Robert Dupperier, Paris

seit 11-2022 in meinem Kunsthandel

 

Beschreibung:

Insgesamt sehr guter Zustand für eine Maske dieses Typs und Alters; ansonsten außergewöhnlich feine Alterspatina auf Vorder- und Rückseite, die nicht nur vom hohen Alter, sondern auch vom langen Gebrauch der Maske vor ihrer Sammlung zeugt.

 

Geschichtliches:

Die berühmten weißen Masken des äquatorialen Afrikas, deren Gesichter mit Kaolin geweißt sind, werden seit Jahrhunderten von den Punu- und Lumbo-Völkern verwendet, die im 18. Jahrhundert durch aufeinanderfolgende Migrationen aus den Regionen des unteren Kongo in das südliche Gabun kamen, und auch von einigen anderen verwandten Gruppen in den Regionen des Ngounié- und des Nyanga-Flusses (Shira, Varama, Ngove, Pindji, Tsangi). 

Es handelt sich um die Masken des Okuyi-Tanzes (von LaGamma 1995 auch Mukudj' genannt), eines der Rituale der Mwiri, einer wichtigen männlichen Initiationsgesellschaft, die im südlichen und zentralen Gabun verbreitet ist. Der französisch-amerikanische Entdecker Paul Du Chaillu war der erste Europäer, der diese Art von Maske entdeckte, die er im Juni 1865 im Dorf Mokaba (das später Teil des Großraums Mouila wurde) im Gebiet der Punu-Ngounié als "Ocuya" identifizierte (vgl. Chaillu 1868). Dieser Tanz wird auch im 21. Jahrhundert noch praktiziert, wenn auch offensichtlich in einer modernisierten Form, die der Folklore näher steht als dem Ritual (vgl. L. Perrois & C. Grand-Dufay, Punu, Mailand: 5 Continents Editions, 2008).

 

Die Masken der okuyi traten einst bei Gemeinschaftsritualen auf, die mit wichtigen Ereignissen des Dorflebens verbunden waren (Beerdigungen, Ende der Trauerzeit, Jugendweihe, Übertretungen der Clanordnung, Geburten, Epidemien usw.). Anlässlich politischer oder religiöser "Parlays" zwischen rivalisierenden Dörfern traten manchmal maskierte Tänzer auf Holzstelzen (die je nach Region und Umständen unterschiedlich hoch waren, vgl. Perrois & Grand-Dufay 2008: 48) in verschiedenen quasi-athletischen "Spielen" gegeneinander antraten, wobei jeder von seiner Mannschaft und deren Anhängern unterstützt wurde. Diese simulierten "Kämpfe", die nicht ungefährlich waren, sollten den Standpunkt einer Gruppe gegenüber einer anderen allein aufgrund ihres akrobatischen Talents untermauern: Der in den Augen des Publikums geschickteste Tänzer war "Champion" seines Dorfes und gewann das "Spiel" gegen einen Gegner, der bis zur nächsten Herausforderung sein Gesicht verlieren würde.

 

 

 

 

 

€ 3.200,00